Sindelfingen, 24.01.2026 – Mit Trainerin Julia Gastel, 6 Athletinnen und 8 Athleten waren die SSV-Masters nicht nur zahlenmäßig sehr stark bei ihren diesjährigen Baden-Württembergischen Meisterschaften im Sindelfinger Glaspalast vertreten. Nach knapp 12 Stunden und beinah unzählig vielen Wettbewerben reisten 11 Gold-, 9 Silber- sowie 14 Bronzemedaillen mit den Athleten samt Trainerin wieder nach Hause.
Die 60m Hürden eröffneten aus Sicht der Ulmer*innen am frühen Samstag-Morgen den Wettkampf-Reigen. 6 Starts, 6 Podestplätze und 6-mal Bestätigung der DM-Norm, welch ein Ergebnis. Allen voran stürmte Ralf Kaltenmaier in der M60, der in hervorragenden 9,84s zu Gold lief. Zwei weitere Landesmeistertitel holten Eva Schwarz in der W40 und René Schmidt in der M55. Horst Krieg (M65) landete mit neuer persönlicher Bestleistung auf Rang 2. Alice Schneeweiß (W40) und Helmut Schicke (M60) sicherten sich jeweils Bronze. Toller Auftakt! Die Test-Läufe im Rahmen der beiden Hallensportfeste in der heimischen Messehalle haben sich ausgezahlt.
Hiobsbotschaften dann bei den 60m. René Schmidt musste seinen Lauf verletzungsbedingt abbrechen. Daniela Winkler lief noch ins Ziel, aber auch hier war abzusehen, dass sie ins weitere Wettkampfgeschehen leider nicht mehr würde eingreifen können. Gute Besserung an dieser Stelle. Unterdessen lief Horst bereits zu seiner zweiten Silbermedaille. In den jeweils sehr stark besetzten Feldern der W40 und der M55 landeten Eva Schwarz und Jan Küssner mit guten Zeiten auf den Rängen 4 und 5.
Beim Kugelstoßen machte Horst zunächst gewaltig Druck auf die Favoriten, lag am Ende nur knapp geschlagen auf Platz 3. Nicht ganz so rund lief es bei Jan: obwohl er im Training starke Weiten stößt, will die Übertragung dieser guten Stöße auf den Wettkampf momentan noch nicht so recht klappen. Am Ende belegte er Rang 6.
Neben den sportlichen Herausforderungen, die so ein Wettkampf grundsätzlich mit sich bringt, bescherte der Veranstalter durch die letzte Zeitplanänderung nach Meldeschluß dem einen oder anderen Athleten ungeahnte organisatorische Herausforderungen. So liefen beispielsweise in der Altersklasse W40 parallel die Wettbewerbe im Weitsprung, 60m, Stabhochsprung und Hochsprung. Unfassbar, was unsere erfahrenen Mehrkämpferinnen Alice und Eva hier logistisch leisten und an Konzentration aufbringen mussten. Alice startete in 3 der 4 genannten Disziplinen, Eva sogar in allen 4. Vom ersten Versuch im Weitsprung ging es für Eva direkt in den Startblock für den Sprint über 60m. Vom Ziel führte der Weg zurück zum zweiten Versuch im Weitsprung. Zwischen den weiteren Durchgängen im Weitsprung startete parallel das Einspringen für den Stabhochsprung und der Anlauf für den Hochsprung wollte ausgemessen werden. Weit, Stab, Hoch und wieder von vorne. Sensationellerweise schaffte es Alice unter diesen nahezu absurden Bedingungen im Hochsprung eine neue persönlich Bestleistung aufzustellen. Unglaublich! Im Weitsprung sprang sie bis auf 1cm und im Stab bis auf 2 cm an ihre jeweilige PB heran – Wow. Der verdiente Lohn dafür: der Titel im Stabhochsprung, Bronze im Hoch und Platz 4 im Weit. Eva gewann den Hochsprung souverän und holte Silber bei Weit und Stab, ihre bis dahin schon vierte Medaille – Nochmal Wow.
Ein ähnliches Schicksal ereilte Sibylle Feil in der W30. Nach dem Einstoßen beim Kugelstoßen durfte sie “kurz mal” 200m sprinten. Durch einen beherzten Lauf konnte sie hier sogar die Bronzemedaille erringen- starke Leistung! Leider war die Luft für die weiteren Kugelstoßversuche danach (vollkommen verständlicherweise) aber raus. Nicht zu stoppen war an diesem Tag hingegen Alice, die direkt nach ihrem Sprung-Marathon an die Startlinie für die 200m in ihrer Altersklasse eilte und vollkommen unbeeindruckt von diesem Pensum mit neuer Bestzeit auf Rang 3 in der W40 lief. Alice, du bist unglaublich, wir verneigen uns in Ehrfurcht vor Dir! Was soll man sagen, wenn es läuft, dann läuft es 😊. “Er läuft” hieß es dann auch über die 200m bei Ralf, dem in seiner Altersklasse an diesem Samstag einfach keiner das Wasser reichen konnte. Zweiter Start, zweiter Titel – Stark.
Auf der Laufbahn standen inzwischen auch die Mittelstrecken an. Bei den 800m zogen Günther Schmid (M60) und Christine Randecker (W55) unbeirrt ihre 4 Runden durch und durften sich jeweils über die Bronzemedaille freuen. Sogar noch einen Platz besser lag Christine später bei den 1500m – Silber. Klasse Resultate bei ihrem ersten Hallenwettkampf. Für Günther war es ein gelungener Formtest auf dem Weg zur Ultra-Mehrkampf-WM in Helsinki im April.
Im Innenraum kämpften nun auch die männlichen Altersklassen um die Titel im Hoch- und Weitsprung. Masters-Neueinsteiger Yves Günther (M30) legte im Hochsprung bei bärenstarker Konkurrenz gleich mal einen 4. Platz vor. Im Weitsprung der M55 ging es auf den Plätzen 2-5 sehr eng zu. Jan wurde schließlich Vierter, verletzte sich aber bei seinem letzten Versuch – der dritte verletzungsbedingte Ausfall an diesem Tag ☹. Markus lag am Ende direkt vor Mannschaftskollege Jan auf Platz 3, musste dann direkt weiter zum Stab und holte sich dort nochmals Bronze. Noch höher hinaus im Stabhochsprung ging es für M60-Athlet Helmut, der seinen Vorjahrestitel souverän verteidigen konnte – BW-Meister und Gold.
Dann war wieder Ralf-Time: weder im Hoch- noch im Weitsprung der M60 war er zu schlagen! Mit ganz starken 1,52m im Hoch sicherte er sich Titel Nummer 3 und im Weitsprung Nummer 4 - Wahnsinn. Die Vorbereitung für Torun läuft sehr gut. Günther belegte im Weitsprung Platz 4, Horst in der M65 Platz zwei und damit sein bereits drittes Silber an diesem Tag. Langsam fällt das Mitzählen schwer.
Schließlich durfte auch die zweite Leichtathletik- und Wettkampf-Neueisteigerin Manuela Stiehl ihre Visitenkarte abgeben. Bisher eher auf den längeren Strecken unterwegs, wagte sie den Start im Kugelstoßen der W45. Nach anfänglicher Nervosität zeigte sie, was sie in der letzten Trainingseinheit mit Jan dazugelernt hatte und wurde 6. Dass man als Mehrkämpferin auch die Spezialistinnen ärgern kann, bewies unsere Vielstarterin Eva. Was sie zum Frühstück gegessen hat, wissen wir nicht, jedenfalls katapultierte sie die 4kg Kugel weit über die 10m Marke zu einer neuen persönlichen Bestleistung. Ihre Kugelstoßkonkurrentinnen wirkten sichtlich irritiert und ratlos, keine konnte ihr mehr gefährlich werden. Zum dritten Mal an diesem Tag durfte Eva das oberste Podest erklimmen – einfach überragend. (Anmerkung am Rande: das Wunderfrühstück heißt Brezel mit Spiegelei, wie immer vor einem Wettkampf.)
Staffeln sind für uns Ulmer Masters immer das Highlight unserer Wettkämpfe. Durch die jüngsten Verletzungen mussten zwar ein paar Umstellungen vorgenommen werden, was Team-Manager Markus aber wie immer geradezu spielerisch für uns organisierte. So konnte der SSV Ulm trotz aller Irrungen und Wirrungen letztendlich immerhin 4 Staffeln in schwarz-weiß ins Rennen schicken. Die W30 mit Alice, Eva, Sibylle und Manuela machten den Anfang und belegten am Ende den dritten Platz. Noch einen Platz weiter vorne landete die M50 mit Startläufer Ralf, Horst, Markus und Günther – Silber.
In der Mix 40 durften gleich zwei Staffelneulinge ihr Debüt geben, Manuela und Christine. Helmut und Günther komplettierten das Quartett. Leider waren die Vier hierbei aber zu schnell unterwegs, bzw. zu schnell weg, um den Staffelstab noch rechtzeitig im vorgesehenen Wechselbereich zu übergeben, was im Nachhinein leider zur Disqualifikation führte. Tja, auch sowas kann bei Staffeln vorkommen – abhaken und weiter machen 😉. Die Mix 30 mit dem Debütanten und Startläufer Yves, sowie Sibylle, Markus und Alice lieferten den favorisierten Essingern einen spannenden Schlagabtausch. Am Ende mussten die Ulmer sich trotz großartiger Zeit knapp mit dem zweiten Platz begnügen.
Die Staffeln sollten dieses Mal allerdings nicht der Abschluss der Wettbewerbe sein. Nein nein. Denn dieser großartige Zeitplan sah zum Abschied nochmal ein Schmankerl vor: als alle nach einem langen Tag endlich nach Haues wollten, warteten noch die unbarmherzigen 400m-Läufe auf den einen oder anderen. Manuela holte sich hier wie schon in der Staffel eine weitere Bronze-Medaille in der W45. Auch Eva holte noch einmal alles aus den inzwischen schweren Beinen heraus und finishte als Zweite. Mit insgesamt 7-mal Edelmetall, davon 3-mal Gold, avancierte sie damit zur Königin unter den Ulmer Medaillenhamstern. In Evas Sog absolvierte nun auch Markus seine beiden Hallenrunden, um am Ende sogar mit dem Landesmeistertitel über 400m nach Hause zu gehen! Um kurz nach 19 Uhr durfte dann auch der Youngster Yves ran. Unter dem frenetischen Jubel der kompletten Ulmer Mannschaft erlief er sich beherzt die Bronze-Medaille – was für ein grandioser Abschluss für einen unglaublich langen Wettkampf-Tag in Sindelfingen! Danach hieß es nur noch essen und ab nach Hause. Denn am Montag startet wieder der Trainingsalltag.
Eva Schwarz und Markus Stiegler