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SSV Ulm 1846 e.V.

Schwimm- und Sportverein Ulm 1846 e.V.

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Vier Personen in Sportkleidung stehen Arm in Arm auf Laufbahn
Leichtathletik

Gold und Bronze bei der DM der Masters in Gotha

Gotha, 22.-24.08.2025 – Pünktlich zum 1250jährigen Stadtjubiläum fanden die Deutschen Masters-Meisterschaften in der Thüringer Residenzstadt Gotha statt. Während abends im Schlosshof Anastacia und Thomas Anders Konzerte gaben, tobte tagsüber im Volkspark-Stadion der Leichtathletik-Trubel. Aufgrund der Schulferien in Süddeutschland war der SSV diesmal nur mit vier Athleten am Start.

Den Beginn für die Ulmerinnen und Ulmer machte am späteren Freitagnachmittag Markus Stiegler in der Altersklasse M55 über die 400 m Hürden. Mit der fünftbesten Meldezeit ging er ohne große Erwartungen an den Start. Auf Bahn 2 startend kam er gut aus dem Block und fand sofort in seinen Rhythmus. Dann der Schrittwechsel an der siebten Hürde, der diesmal perfekt gelang und keinen Tempoverlust mit sich brachte. Mit jeder Hürde verringerte sich nun der Abstand auf den bis dahin etwas enteilten Führenden, Olaf Seidel – ein packendes Finish bahnte sich an. Vor der letzten Hürde noch 2 Meter zurückliegend, erwischte Markus diese optimal und nutzte den Geschwindigkeitsvorteil auf den letzten 40 Metern, um sich an die Spitze zu schieben. Vollkommen ausgepumpt am Boden liegend, war die Frage: „Ist das wirklich passiert?“. Strahlende bekannte Gesichter an der Bande und herübergerufene Glückwünsche waren die Bestätigung - Ja! Mit persönlicher Bestleistung wird Markus Stiegler vollkommen überraschend erstmals Deutscher Meister. Gold - Welch ein Wettkampf-Auftakt für die Ulmerinnen und Ulmer.

Anschließend startete Christine Randecker (W55) mit ihren 1500m. Zum ersten Mal bei Deutschen Meisterschaften dabei, merke man im Vorfeld ihre leichte Aufregung. Spätestens mit dem Startschuss war hiervon nach außen allerdings nichts mehr erkennbar. In einer souveränen Manier und gleichmäßigem Tempo lief sie zu einer neuen persönlichen Bestzeit und damit auf Rang 12 - Klasse Einstand und großartige taktische Leistung!

Nach gemeinsamen Abendessen mit dem ganzen Team und der nötigen Regeneration, startete Samstagmorgen nun auch Alice Schneeweiß in ihren Wettkampf, dem Stabhochsprung der W40. Die Wetterbedingung hatten sich inzwischen allerdings deutlich geändert - kühl, böiger und ständig wechselnder Wind, zeitweise Nieselregen, sind definitiv keine idealen Voraussetzungen für Stabhochsprung. Vollkommen unbeeindruckt davon, sprang Alice Höhe um Höhe jeweils im ersten Versuch. Den Spaß und die Freude, die sie hierbei hatte, spürte man auch bis auf die Tribünen. Mit tollen Sprüngen und übersprungenen 2,60m stellte sie die Saisonbestleitung ein, was ihr den dritten Platz auf dem Treppchen bescherte. Bronze, wie schon bei den diesjährigen Hallenmeisterschaften in Frankfurt - eine großartige Leistung von ihr und ihre inzwischen sechste Medaille bei Deutschen Meisterschaften.

Alsbald startete der Stabhochsprung der Altersklasse M50 - ein mit Spannung erwartetes Duell, denn gleich sechs Athleten hatten realistische Chancen auf eine Medaille. Mit dabei auch Hubert Kaltenegger, der sich im Vorfeld viel mit muskulären Problemen herumplagen musste. Der Einstieg bei 3,30 m gelang ihm souverän – ein perfekter Auftakt. Die 3,50 m schaffte er im 2. Versuch, hatte nun aber einen Fehlversuch zu Buche stehen. Ganz der Stabhochsprungprofi, fing nun das große spannende Pokern an. 3,60 m knapp gerissen, die beiden verbleibenden Versuche auf 3,70 m geschoben – alles oder nichts! Zu diesem Zeitpunkt waren noch vier Athleten im Rennen um die Medaillen dabei. Das große Finale stand dann bei Huberts zweitem Versuch über die 3,70 m an – Mindestens Silber oder Platz 4. Spannung pur – 12 Anlaufschritte, gutes Tempo, guter Einstich, aber leider etwas zu viel Tiefe und damit etwas zu wenig Höhe, die Latte fiel. Am Ende bedeutete das Platz 4, höhengleich mit dem Drittplatzierten – in einem hochklassigen Feld eine starke Leistung. Gratulation zu einem spannenden und mutigen Wettkampf!

Markus, langsam realisierend, was am Vortag geschehen ist, startete derweil im Hochsprung, bei dem er mit Saisonbestleitung den 5. Platz belegte. Ebenfalls Saisonbestleitung bescherte ihm anschließend noch im Dreisprung den 6. Rang und damit ein rundum gelungenes und erfolgreiches Wochenende. 

Der Abschluss aus Ulmer Sicht war am Sonntagnachmittag Christine bei den 800 m vorbehalten. Wie schon über die 1500 m konnte sie ihr Leistungspotential abrufen und lief bis auf 4/100 Sekunden an ihre bisherige Bestleistung heran. Auch in diesem Lauf reichte es damit zum 12. Platz in der starken Läuferinnen-Konkurrenz. Zweimal gestartet, zweimal abgeliefert, und dies bei der ersten Teilnahme an Deutschen Meisterschaften - Chapeau!

Für den einen oder anderen beginnt nun der wohlverdiente Urlaub, oder die unmittelbare Vorbereitung auf die nächsten Saisonhöhepunkte, den Deutschen Team-Meisterschaften Mitte September in Leverkusen, beziehungsweise dem Jedermann Zehnkampf Anfang Oktober im heimischen Stadion. 

Markus Stiegler

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